Unter dem Motto „ANSTOSS – Wein Niederösterreich eröffnet das Weinjahr“ versammelten sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Weinwirtschaft, Politik und Wirtschaft in der Spitzenfabrik St. Pölten. Die von Wein Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem NÖ Weinbauverband organisierte Veranstaltung setzte einen starken Impuls zum Auftakt des neuen Weinjahres.

Im Mittelpunkt des Abends standen fundierte Fachinformationen, aktuelle Markteinschätzungen sowie der persönliche Austausch innerhalb der Branche. Begleitet wurde das Programm von prämierten Schaumweinen und einer Auswahl der Siegerweine der Niederösterreichischen Landesweinprämierung.

Bereits in seiner Eröffnungsrede unterstrich Abgeordneter zum Nationalrat und österreichischer Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager die große wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus für Österreich. Mit einem Beitrag von knapp 4 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung und einem Beschäftigungseffekt von rund 70.000 Arbeitsplätzen sei der Weinbau nicht nur Kulturgut, sondern ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Gerade in herausfordernden Zeiten sei der enge Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Praxis entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft des österreichischen Weins.

Einen umfassenden Überblick über die aktuelle Marktlage gab Klaus Goldmann, Geschäftsführer von Wein Niederösterreich. Besonderes Augenmerk legte er auf die Chancen niederösterreichischer Weine im deutschen Lebensmittelhandel. Mit einem Anteil von 42 % an den österreichischen Weinexporten sei Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt. Regionale Entscheidungsstrukturen und viele kleinere Händler eröffneten gerade auch kleinen und mittleren Betrieben attraktive Absatzmöglichkeiten. Dank konsequenter Aufbauarbeit habe sich Österreich mit Rebsorten wie Grünem Veltliner und Zweigelt mittlerweile als Nummer vier am deutschen Weinmarkt etabliert.

Über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Weinwirtschaft sprach Reinhard Zöchmann, Präsident des NÖ Weinbauverbandes. Er thematisierte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Klimawandel, verändertes Konsumverhalten sowie bevorstehende Anpassungen im Weingesetz. Niederösterreich als größtes Weinbaugebiet Österreichs mit rund 60 % der Anbaufläche verfüge über eine international einzigartige Vielfalt und hohe Innovationskraft – eine starke Basis für zukünftigen Erfolg.

Ergänzend informierte Stefan Kast vom Österreichischen Weinbauverband über die geplante Novelle des Weingesetzes und die Etablierung von Erzeugervereinigungen in allen niederösterreichischen Weinbaugebieten. Den Abschluss des Fachprogramms bildete die Präsentation der neuen Mitgliederverwaltung durch Konrad Hackl, Geschäftsführer des NÖ Weinbauverbandes, die künftig für deutlich vereinfachte Abläufe sorgen soll.

Beim anschließenden Ausklang nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Genießen prämierter Sekte sowie ausgewählter Siegerweine – ein stimmungsvoller Abschluss eines informativen und richtungsweisenden Abends für die niederösterreichische Weinbranche.