Für eine artenreiche Weingartenlandschaft – Wertschöpfung durch richtige Bewirtschaftung
In Kooperation mit Winzerinnen und Winzern startete die Österreichische Vogelwarte an der Vetmeduni im vergangenen Jahr (2023) ein Forschungsprojekt. Unterstützt durch das Land Niederösterreich und gefördert durch die zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (Entwicklung des ländlichen Raums), zielt das Projekt auf wissenschaftliche Unterstützung für mehr Artenschutz im Weinbau ab.
Wesentliches Knowhow ergänzen der regional aktive Verein WagramPur und der Weinbauverband Niederösterreich. Der Fokus liegt eingangs auf fünf Vogelarten für deren Erhalt Niederösterreich große Bedeutung hat und die quasi als „Indikatoren“ für naturverträglichen Weinbau stehen: Steinkauz, Wiedehopf, Neuntöter, Heidelerche und Blutspecht heißen die charismatischen VertreterInnen.
Alle fünf finden nur noch mancherorts geeignete Lebensräume. In den Weingärten Niederösterreichs haben sie durch spezielle Bewirtschaftung wieder Fuß gefasst. Allerdings mangelt es teilweise an Strukturen für die Brut. Aus diesem Grund werden im Rahmen des partizipativen Projekts positiv wirkende Bewirtschaftungsformen untersucht. Die Bedeutung der Weingärten zur Lebensraumvernetzung wird analysiert. Es versteht sich beinahe von selbst, dass die Vogelwarte im Frühjahr zur Brutzeit, die teilweise sehr versteckt lebenden Bestände dieser Zielarten erhebt. Durch das Zusammenwirken von Wissenschaft und Bewirtschaftung wird die Artenvielfalt nicht nur punktuell gesichert, das Projekt berücksichtigt auch der überregionale Konnex der Weingärten im Sinne eines verbindenden Korridors quer durch Niederösterreich.
Übergeordnetes Ziel ist es den BewirtschafterInnen aufzuzeigen, wie einzelne Bewirtschaftungsmaßnahmen auf die Zielarten in ihrem Betrieb wirken. Nicht jede Maßnahme kommt jeder Art zugute. Das besondere an der Weingartenlandschaft ist jedoch die kleinräumig variable Bewirtschaftung (je nach Bedürfnissen der Rebsorten, der Witterung, Lage etc.) die letzten Endes ein Lebensraum-Mosaik bietet und vielen Arten ihr Überleben sichert. Frei nach dem Motto: „Tue Gutes und sprich darüber“ werden Ergebnisse aufbereitet und an die Öffentlichkeit kommuniziert.
Kontakt:
Dr. Richard Zink
Österreichische Vogelwarte, Hauptstraße 68, 3486 Seebarn am Wagram

