• Wein in Niederösterreich

Die Weinjahrgänge 2022 bis 2015 im Kurzüberblick

2022

Trockener Sommer – feuchter Herbst

Das Weinjahr 2022 war geprägt durch ungewöhnliche und durchaus herausfordernde Witterungsbedingungen. Zunächst schien es ein Jahr der großen Trockenheit zu werden, wären da nicht die vereinzelten Niederschläge gewesen. Im Herbst gab es zum Teil intensive Regenfälle. Mit viel Einsatz und penibler Arbeit konnten die Winzerinnen und Winzer letztlich aber reife, balancierte Weißweine mit feinem Fruchtspiel erzeugen. Auch kräftige Lagen- und Reserveweine konnten realisiert werden.

Ein klarer Sortenausdruck ist sowohl bei der Leitsorte Grüner Veltliner festzustellen als auch bei den überraschend rassigen Rieslingen und der von den gegebenen Verhältnissen profitierenden Burgunderfamilie.

Freude herrscht auch bei den Rotweinwinzerinnen und -winzern: Sowohl in den Rotweinzentren von Carnuntum als auch in der südlichen Thermenregion wurden kraftvolle Rotweine mit guter Struktur und ausgereiften Tanninen aus ungewöhnlich kleinbeerigem Traubengut gewonnen. Sie sollten Großes für die Zukunft versprechen.

2021

Ein perfekter Herbst

Nach einem schwierigen Start nahm das Weinjahr 2021 mit leicht überdurchschnittlichen Mengen und tollen Qualitäten einen hervorragenden Ausgang. Zu Beginn der Saison bereitete das kühle und extrem trockene Frühjahr den Winzern Sorgen. Auch die hohen Temperaturen während der Blüte schienen nicht ideal, führten im weiteren Verlauf der Vegetationsperiode aber zu einer lockeren Traubenstruktur und sehr gesundem Traubenmaterial.

Der Sommer war geprägt von Hagel- und Starkregenereignissen, die zum Teil Schäden an Frucht und Rebe hinterließen. Die vielen Niederschläge im August waren alles andere als ideal. All das machte aber ein goldener Herbst wett, der über die gesamte Ernteperiode von Anfang September bis Anfang November währte. Dieses perfekte Lesewetter bei gleichzeitig kühlen Nachttemperaturen sorgte einerseits für eine hervorragende Reife der Trauben und andererseits für eine sehr gute Aromaausprägung.

Die gekelterten Weine sind harmonisch, fruchtbetont und mit sehr gut eingebundener Säure ausgestattet. Der Jahrgang 2021 bietet alles – von frisch fruchtigen Einstiegsweinen bis hin zu sehr ausdrucksstarken tiefgründigen Riedenweinen, die auch über die nächste Dekade hinaus große Freude machen werden.

2020

Herausforderung im Weingarten, Freude im Glas

Die Winzer waren gefordert wie selten, Geduld und Fingerspitzengefühl waren gefragt. Gebracht hat der Jahrgang dann frische Weißweine, fein ausgewogene Rotweine und manch süße Rarität. Nach einem trockenen Winter kam es gebietsweise zu einem etwas verzögertem Austrieb. Der April verlief warm und sehr trocken, Mai und im Juni waren feucht und wechselhaft, die Blüte verlief unproblematisch. Der Sommer zeigte sich wechselhaft, wobei die häufigen Niederschläge zu starkem Pflanzenwachstum und Krankheitsdruck führten. Bis August lag die Vegetation im Plan, lokale Hagelunwetter sorgten für teils schlimme Schäden.

Ein schöner September endete mit andauerndem Starkregen und Rekord-Niederschlägen. Die Winzer hatten alle Hände voll zu tun, um die Gesundheit der Trauben zu erhalten. Die Hauptlese dauerte bei recht guten Bedingungen großteils bis Ende Oktober. Die Weißweine des Jahrgangs 2020 in Niederösterreich sind frisch und fruchtbetont, mit etwas niedrigerem Alkoholgehalt als in den Jahren zuvor und rassiger Säure. Dafür mit schönem Trinkfluss, zudem sehr sortentypisch ausgeprägt. Rieden- und Premiumweine warten mit Balance, Präzision, Struktur und Standfestigkeit auf, wurden aber teils nur in geringen Mengen gelesen. Bei den Rotweinen sollte der Jahrgang 2020 das Format des feinfruchtigen Weinjahres 2016 erreichen.

2019

Die Neuner-Legende lebt weiter

Die „Neuner-Jahrgänge“ fielen auffallend oft besonders gut aus. Diese legendäre Serie setzt sich 2019 fort. Auf den warmen und niederschlagsarmen Winter folgte ein wechselhafter Frühling. Der April war erneut sehr warm, während der kälteste Mai seit 1991 viel Regen mit sich brachte und die Entwicklung der Reben bremste.

In der Nachbetrachtung war diese feuchte Periode zweifellos ein Glücksfall, denn sie trug entscheidend dazu bei, dass die Rebkulturen die heißen Sommermonate unbeschadet überstanden haben. Ab Ende August setzte eine kühlere Periode ein, die vor allem auch angenehm kühle Nachttemperaturen mit sich brachte, welche ebenfalls positive Auswirkungen auf Fruchtaromen und Säurestruktur der Weine hatten. Der Herbst verlief sehr mild und ausgeglichen, sodass die Hauptlese planmäßig erfolgen konnte.

2018

Die Hitze gemeistert

2018 war wie auch die vorangegangenen Jahre ein Weinjahr der Herausforderungen. Die Kälte im Februar und März führte zu einem späten Austrieb der Reben. Es folgte das zweitwärmste Frühjahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen und damit eine enorm frühe Rebblüte. Trotz der geringen Niederschläge im heißen Sommer setzte sich der Vegetationsvorsprung fort und führte in der Folge zum frühesten Weinlesebeginn der weinbaulichen Neuzeit, die den Winzern zweifelsohne in Erinnerung bleiben wird.

Generell betrachtet besitzen die 2018er-Weißweine hohe Reife, bei ausreichend Säure und guter Struktur. Also Weißweine von herausragende Qualität. Ähnlich bei den Rotweinen: Sie sind tiefdunkel, sehr kraftvoll und dicht ausgefallen, besitzen aber auch einen samtigen Tanninhintergrund und adäquaten Säuregehalt, die ihnen entsprechendes Rückgrat sowie frühzeitige Balance verleihen. Die Erntemenge von knapp 1,7 Millionen Hektoliter liegt insgesamt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

2017

Heiß, trocken, gut

Auch das vergangene Weinjahr hielt die Winzer in Atem. Fehlende Niederschläge kombiniert mit überdurchschnittlichen Temperaturen sorgten für so manche Sorgenfalte. Dem kältesten Jänner seit 30 Jahren folgte der wärmste März seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen. Eine frühzeitige Rebblüte war die Folge. Im April und mancherorts im Mai kam es zu Kälteeinbrüchen. Frostschäden gab es keine. 70 Prozent weniger Niederschlag als gewöhnlich gab es im Sommer. Der ersehnte Regen folgte Anfang September.

Anders als die meisten Weinnationen Europas, welche die niedrigste Weinproduktion seit Jahren zu beklagen hatten, konnte sich Österreich mit 2,5 Millionen Hektolitern über eine Durchschnittsernte freuen. Und noch erfreulicher ist die exzellente Qualität des Jahrgangs.

2016

Eine Achterbahn der Gefühle

Das Weinjahr 2016 bleibt vielen Winzern auf Grund des launischen Wetters besonders als Achterbahnfahrt der Gefühle in Erinnerung. Dennoch kann sich das Ergebnis sehen und schmecken lassen. Deutliche Frostschäden im Frühjahr und herausfordernde Witterungsbedingungen über den Sommer erforderten ein hohes Maß an Anstrengung auf Seiten der Winzer. Das perfekte Erntewetter im September und Oktober entschädigte dann für Vieles und die Winzer konnten einmal mehr ihr Können unter Beweis stellen. Das Ergebnis: Die Weine fielen so gut aus wie schon lange nicht mehr.

2015

Das war das Weinjahr 2015

Denn im Vergleich zu den Jahren zuvor, gab es endlich wieder eine mengenmäßig durchschnittliche Ernte. Trotzdem stellte die Witterung die Winzer auch im vergangenen Weinjahr auf so manche Probe: Deutliche Spuren hinterließ ein Hagelunwetter. Die Gebiete Wagram, Kamptal und Kremstal mussten hier empfindliche Ertragseinbußen hinnehmen. Auch die sommerliche Hitzeperiode machte das Winzerdasein im vergangenen Jahr so richtig spannend. Gerade noch rechtzeitig brachten die erhofften Niederschläge Ende August und Anfang September Entspannung.

Der schöne Herbst entschädigte die Winzer für vieles und belohnte sie mit einzigartiger Traubenqualität. Damit ist es ein herausragender Jahrgang, der allen in Erinnerung bleiben wird. Rund, harmonisch und ausgewogen präsentieren sich die edlen Tropfen und laden zu einer vollmundigen Entdeckungsreise ein.

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